Aktuelle Fallbeispiele

Rückenschmerzen im unteren Rücken

Ein 38 jähriger Patient kam zu mir wegen sehr starker Schmerzen im unteren Rücken, die auch ins Gesäß und in den hinteren Oberschenkel ausstrahlten.

Wärme tat gut, Liegen machte die Schmerzen erträglich, aber Aufstehen, Sitzen und Laufen war kaum möglich.

Er erzählte, dass er eine hauptsächlich sitzende Tätigkeit hat und wegen hoher Arbeitsbelastung seit ca. 5 Jahren nur noch sehr selten dazu kommt, gezielt Sport zu treiben – maximal eine kleine Runde Joggen war ab und zu möglich.

Der untere Rücken hatte sich schon seit einigen Wochen etwas verspannt angefühlt, das hatte er aber erfolgreich ignoriert, bis am Vortag dann beim Heben eines Wasserkastens plötzlich „irgendwas passiert“ war und danach die starken Schmerzen auftraten.

Ebenfalls erwähnte er ein seit Monaten latent vorhandenes und stetig zunehmendes Spannungsgefühl im Nacken mit ab und zu auftretenden Kopfschmerzen.

Bei der körperlichen Untersuchung fand ich einen deutlichen Beckenschiefstand mit Beinlängendifferenz und einer Blockierung im ISG (Iliosakralgelenk), was über die verbindenden Bänder auch auch eine Bewegungseinschränkung in der Lendenwirbelsäule zur Folge hatte.

Zusätzlich war der Iliopsaos (Hüftbeuger) stark verkürzt und verspannt und es zeigte sich eine starke Verspannung der Schulter- / Nackenmuskulatur mit einer vermehrten Krümmung der oberen Wirbelsäule, was ich auf das viele Sitzen und den mangelnden Sport zurückführte.

Nach einigen entspannenden Techniken und Griffen normalisierte sich die Stellung des Beckens und durch die nun gelockerte Muskulatur war ein sanftes Einrenken des ISG möglich. Danach war keine Beinlängendifferenz mehr festzustellen.

Auch die Spannungen im oberen Rücken ließen sich anschließend mit wenigen gezielten Griffen lösen.

Der Patient war nicht sofort komplett schmerzfrei,was normal ist, bei sehr akuten und starken Blockierungen, aber die Schmerzen waren deutlich gelindert.

Wichtig ist nach solchen Behandlungen ein Folgetermin nach ein paar Tagen, da sich Muskeln, Bänder und Faszien den alten Zustand „gemerkt“ haben und gern diese Position / Spannung wieder einnehmen und damit auch die Wirbel und Knochen wieder in die schräge und blockierte Position zurückziehen.