Aktuelle Fallbeispiele

Schulter- und Nackenschmerzen, seit Jahren

Eine Patientin kam in meine Praxis wegen bereits langanhaltender Beschwerden im Schulter- Nackenbereich, mit ausstrahlenden Schmerzen in beide Oberarme. Manchmal wurde bei viel Stress alles noch durch Kopfschmerzen verstärkt.

Schulmedizinisch war alles abgeklärt: Röntgen und MRT unauffällig, Ultraschall und Blutuntersuchungen ohne Befund.

Beim Erstgespräch stellte sich heraus, dass sie sich mit Job, Kindern und Haushalt häufig völlig überfordert und massiv gestresst fühlte.

Bei der körperlichen Untersuchung bestätigte sich dieses Bild – der ganze Körper schien unter Spannung zu stehen, die Muskeln waren steinhart und die Faszien im Halsbereich waren verklebt und völlig unflexibel. Zusätzlich deuteten ihre Nahrungsmittelunverträglichkeiten auf eine Überlastung der Leber und der Gallenblase hin. Im Befund war auch der Magen im osteopathischen Sinne auffällig. Alle drei Organe können Kopf- und Schulter-Nackenschmerzen verursachen.

Bei Stress produziert der Körper Adrenalin. Dieses verteilt sich über die Blutbahn im ganzen Körper und bringt die Faszien dazu, sich sofort krampfartig zusammenzuziehen. Daher fühlt man sich bei Stress sehr schnell völlig verspannt. Durch die Muskeln im Schulterbereich ziehen alle Nerven, die den Arm, die Hände und Finger versorgen. Haben diese Nerven nicht genug Platz im Muskelgewebe, werden sie eingequetscht. Das wiederum ist erstmal nicht gefährlich (solange der Druck nicht zu fest ist), führt aber zu Störungen in den Gebieten, wo die Nerven hinziehen. Dort kommt es zu Missempfindungen: Schmerzen, kribbelnde Finger, Einschlafen der Finger und Hände, Taubheit.

Während der osteopathischen Behandlung legte ich den Schwerpunkt aufdie Mobilisierung des Magens und auf das Lösen der oberflächlichen und tiefen Halsfaszien, die Entspannung und Dehnung der Muskulatur und arbeitete sehr viel in neurologischen Bereichen.

Das heißt, der Sympathikus, der Nerv, der bei Stress viel zu aktiv ist, wird heruntergefahren, und der Gegenspieler, der Parasympathikus, „der Entspannungsnerv“ wird stark aktiviert.

Dieser sorgt dann für eine Tiefenentspannung während der Behandlung und reguliert gleichzeitig den Muskeltonus im gesamten Körper, alle Muskeln entkrampfen und lockern sich.